Jan, Konstrukteur, Frei Fördertechnik AG, Rubigen
Jan, Konstrukteur 4. Lehrjahr, Frei Fördertechnik AG, Rubigen

Meine Firma

Die Frei Fördertechnik AG, ein traditionelles Familienunternehmen, ist seit über 50 Jahren im Bereich Fördertechnik tätig. Schweizer Qualität, Innovation, hohe Produktivität und Sicherheit zeichnen die Marke Frei aus.
Kunden erhalten bei uns individuelle Lösungen für jegliche Art von Fördergut. Als Generalunternehmen erstellen wir komplette Anlagen von der Planung bis hin zur Fertigung und Inbetriebnahme. Als ISO-zertifiziertes Unternehmen baut Frei auf innovative Eigenentwicklungen, die sich im täglichen Betrieb als Qualitätsprodukte bewähren.

Auftrag

Ende meines 3. Lehrjahres erhielt ich den Auftrag, einen Bootsanhänger zu konstruieren. Es sollen drei 29er-Segelboote sicher und einfach beladen, entladen und transportiert werden können. Wenn möglich soll die Beladung und Entladung mit zwei Personen durchgeführt werden können. Ein Anhänger, der drei 29er transportieren kann, ist nicht neu. Bisher wurden sie zu filigran und unpraktisch zum Beladen konstruiert. Meine Aufgabe war es, dies besser zu lösen.
Bei diesem Segelboot kann der Masten für den Transport einfach demontiert werden. Somit soll auch eine Halterung dafür eingeplant werden.

Vorgehen

Planen

Um alle Anforderungen zu erfassen, erstellte ich ein Pflichtenheft. Dies half mir sehr, da es bei diesem Projekt sehr viele kritische Punkte gab.

Konzipieren / Entwerfen

Mit meinem Berufsbildner diskutierte ich über verschiedene Lösungsansätze, und wir verglichen die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten. Schlussendlich entschieden wir uns, die oberen zwei Etagen klappbar mit Gasdruckfedern unterstützt zu gestalten. Ähnlich wie bei einer Heckklappe eines Autos. Dadurch wird der Ladevorgang sehr erleichtert.

Ausarbeiten

In dieser Phase erstellte ich das 3D-Modell vom Anhänger im CAD Programm.
Zuerst konstruierte ich grob den Hauptrahmen des Anhängers und ging dann immer mehr ins Detail.
Meine Aufgabe war auch, die passenden Einkaufsteile wie Achse, Stossdämpfer, Räder, Zugeinrichtung mit Auflaufbremse, Stützrad, Elektroseilwinde, Akku, Gasdruckfeder, Beleuchtung und so weiter zu dimensionieren und anzufragen. Ich kontaktierte verschiedene Lieferanten und liess mich von Ihnen beraten.

Fertigung

Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie der Anhänger bei uns in der Firma hergestellt und montiert wurde. Dadurch konnte ich diesen Arbeitsschritt gut verfolgen. Aus den kleineren Problemen konnte ich sehr viel lernen.

Der Bootsanhänger in der Schlosserei
Der Bootsanhänger in der Schlosserei
Der Bootsanhänger in der Montage (1)
Der Bootsanhänger in der Montage (1)
Der Bootsanhänger in der Montage (2)
Der Bootsanhänger in der Montage (2)

Resultat

Der fertige Bootsanhänger (CAD, 3D)
Der fertige Bootsanhänger (CAD, 3D)
Der fertige Bootsanhänger (CAD, Ansicht)
Der fertige Bootsanhänger (CAD, Ansicht)
Der fertige Bootsanhänger (1)
Der Bootsanhänger im Einsatz (1)
Der fertige Bootsanhänger (2)
Der Bootsanhänger im Einsatz (2)

Entladevorgang:

1. Masten abladen
2. Kennzeichenbalken zurückschieben
3. Unterstes Boot entladen
4. Erste Klappe herunterklappen
5. Mittleres Boot entladen

Mittleres Boot entladen
Mittleres Boot entladen

6. Zweite Klappe herunterklappen
7. Oberstes Boot entladen

Oberstes Boot entladen
Oberstes Boot entladen

Der Ladevorgang funktioniert gleich wie beim Entladen, einfach umgekehrt, und die Elektroseilwinde zieht die Boote in ihre Endposition.

Herausforderungen

Die Durchgangsbohrungen in den Klappen mussten aufgebohrt werden, damit der Bolzen nicht klemmt. Beim nächsten Mal würde ich dort ein Langloch wählen, damit die Fertigungstoleranzen kompensiert werden können.

Durchgangsbohrungen
Durchgangsbohrungen

Das hat mir an dieser Arbeit besonders gut gefallen

Ich fand es sehr interessant, dieses Projekt leiten zu dürfen. Für mich war es das erste Mal, ein Projekt in diesem Umfang abwickeln zu können. Wenn ich nicht mehr weiter wusste, konnte ich ein Problem mit meinem Berufsbildner besprechen, und wir fanden stets eine passende Lösung.

Der grösste Teil meiner Lehre arbeitete ich in der Abteilung Intralogistik. Dort arbeiten wir mit Edelstahl, da wir die meisten Anlagen für den Lebensmittelbereich planen.
Mit diesem Projekt konnte ich den Umgang und die Konstruktionsweise mit normalem Stahl, der anschliessend verzinkt oder lackiert wird, kennenlernen. Somit müssen die Toleranzen etwas grösser gewählt werden.

In diesem Projekt durfte ich etwas konstruieren, was wir bisher noch nie gemacht haben. In meiner Lehre konnte ich schon mehrere solche Projekte durchführen, und dies macht die Ausbildung meiner Meinung nach sehr spannend, besonders wenn das Endprodukt einwandfrei funktioniert.

Der Anhänger ist jetzt knapp ein Jahr in Betrieb und wird sehr oft mit Freude benutzt.