Interview mit Sarina

interview_konstrukteurin_sarina

Sarina, 2. Lehrjahr, Martin Brunner GmbH, Lauterbrunnen

Was gefällt dir am Beruf Konstrukteurin?

Nach 12 ein halb Jahren Schule ist die Lehre eine angenehme Abwechslung.
Mir gefällt alles am Beruf Konstrukteurin. Die Maschinenbaubranche ist für mich Neuland und daher doppelt interessant.
Ich zeichne gerne am CAD, aber mich fasziniert vor allem die Entwicklung eines Produktes: man hat einen Auftrag, sucht mögliche Lösungen und setzt die Beste um. Dabei steht man immer wieder vor Problemen oder hat Verbesserungsmöglichkeiten entdeckt. Am Ende eines Projektes kann man stolz seine Arbeit betrachten.
Ich mag es, im Team zu arbeiten. Man hilft und verbessert sich gegenseitig, man ist nie auf sich alleine gestellt und trotzdem trägt man eine grosse Verantwortung.

Was gefällt dir weniger gut am Beruf Konstrukteurin?

Die lange Arbeit am Computer kann manchmal sehr ermüdend sein, vor allem wenn man das Gefühl hat, überhaupt nicht vom Fleck zu kommen.
Wenn draussen schönes Wetter ist, sollte man besser keine gute Aussicht haben. Ablenkung führt zu unkonzentriertem Arbeiten und zu Fehlern, welche in zusätzlichen Kosten enden können.
Ich musste mich zuerst daran gewöhnen, so viel Verantwortung zu tragen und so selbstständig zu arbeiten, was aber durchaus positiv ist.

Was war dein bisheriges Highlight in der Lehre?

Da ich eine verkürzte Version der Lehre mache (Way-Up), habe ich das erste und zweite Lehrjahr gleichzeitig. In diesen 10 Monaten habe ich sehr viel gelernt, gesehen und gemacht.
Die Überbetrieblichen Kurse haben sehr viel Spass gemacht.
Im Betrieb haben wir sehr unterschiedliche Projekte, und ich durfte von Anfang an mitmachen und bin gerade an meinem zweiten Projekt. Manche Aufträge sind weniger interessant als andere, trotzdem ist mir die Lust am Konstruieren noch nicht vergangen, weil es immer wieder Neues gibt.
Einmal konnte ich eine statische Berechnung machen, die Aufgabe war eher simpel, hat mich aber gleichwohl fasziniert. Zwei meiner Arbeitskollegen machen Finit Element-Berechnungen. Seit damals bin ich mir sicher, dass ich es nochmal mit der UNI bzw. ETH versuchen werde.

Was ist in der Lehre anders als in der Schnupperlehre?

Als Way-Up Bewerber dient einem die Schnupperlehre nicht nur zum kennen lernen des Betriebes und des Berufes, sondern auch zum Eindruck hinterlassen. Mir hat das eifrige Arbeiten in der Schnupperlehre die Lehrstelle verschafft.
In der Schnupperlehre bekommt man viele Übungen und macht Handzeichnungen, man bekommt aber wenig von dem ganzen Betrieb im Unternehmen mit. Von den Normen und Vorschriften, Lieferanten und Kunden erfährt man erst, wenn man wirklich zur Firma gehört.

Welche Tipps gibst du den Schüler/innen für die Lehrstellensuche/Bewerbung?

Eine Way-Up Ausbildung bieten nicht alle Lehrbetriebe an. Am besten erkundigt man sich gleich telefonisch, ob eine verkürzte Lehre angeboten wird. Falls ja, hat man eher wenige Mitstreiter, welche aber genauso qualifiziert sind.
Von mir wurde von Beginn an mehr erwartet als von Volksschulabgängern. In der Bewerbung muss man daher auch ersichtlich machen, dass man die höheren Erwartungen erfüllen kann.

Was ist in der Berufsschule anders als in der Volksschule?

Den Way-Up’s wird die Allgemeinbildung erspart. Daher habe ich auch kein Fach, welches ich am Gymnasium hatte, sondern nur noch Berufskunde. Die Berufsschule ist verglichen mit dem Gymnasium einfacher, dafür allgemein interessanter.
Im Unterricht werden dauernd praktische Beispiele gezeigt, wodurch man schneller und leichter lernt, kein Auswendiglernen von Theorien.
Ich finde den einen Schultag eine gute Abwechslung zur Arbeit im Büro. Vor allem Steuerungstechnik und Elektrotechnik gefallen mir besonders.

Was sind für dich die Vorteile der Way-Up-Lehre?

Man hat einen Abschluss nach 2 Jahren, wenn man sich anstrengt sogar einen guten. Verglichen mit dem Studium ist das sehr kurz, auch wenn man dafür sehr wenig Ferien hat.
Ich mache den Abschluss erst nach 3 Jahren, da das erste Jahr (1. + 2. Lehrjahr) mit Schule, ÜK´s und der Teilprüfung dem Büro die Zeit nimmt und somit auch der Berufserfahrung.
Viele machen eine Kaufmännische Lehre, welche für mich nie eine Option war, ich suchte ein praktisches Gebiet, wo ich sicher und schnell an einen Abschluss kommen kann, wo die Arbeit mir aber trotzdem Spass macht.
Es ist eine super Alternative oder Vorbereitung für die UNI/Fachhochschule.