Interview mit Paul

interview_konstrukteur_paul

Paul, 3. Lehrjahr, MEWAG Maschinenfabrik AG, Wasen

Was gefällt dir am Beruf Konstrukteur?

Am meisten gefällt mir die Möglichkeit zu haben etwas zu erfinden. Es muss nicht gerade eine ganze Maschine sein, die man erfindet. Es können auch nur kleine Probleme, kleine Schnittstellen zu oder bei einer Maschine sein, die es zu lösen gibt (wie z.B. beim Faltenglätterhalter). Klar muss ein kleines Grundwissen vorhanden sein, aber darum besucht man auch die Berufsfachschule, um ein gewisses Grundwissen zu erfahren. Doch das Gefühl, etwas zu erfinden, oder ein Problem zu lösen, fühlt sich gut an. Auch die Arbeit mit dem CAD gefällt mir gut. Da kann ich frei arbeiten und alle meine Ideen in 3D-Modellen umsetzen. Mit umsetzen meine ich natürlich meinen Gedanken, mit Hilfe des Computers, auf Papier zu bringen, damit die Einzelteile hergestellt werden können, bzw. die Baugruppen montiert werden können. Doch von den Modellen brauchbare Fertigungzeichnungen zu machen, ist eine grosse Herausforderung, die man von mal zu mal verbessern kann und will.

Was gefällt dir weniger gut am Beruf Konstrukteur?

Nicht so gut gefallen mir die kleinen Arbeiten wie z.B. Änderungsaufträge aufnehmen und bearbeiten, Zeichnungen ausdrucken oder plotten. Diese Arbeiten gehören einfach zwischendurch dazu und müssen auch erledigt werden. Ich probiere auch, diese Arbeiten zu hundert Prozent richtig zu erledigen.

Was war dein bisheriges Highlight in der Lehre?

Mein bisheriges Highlight war einerseits die bestandene Teilprüfung und andererseits das Praktikum, das man als Konstrukteurlehrling absolvieren muss. Natürlich auch die einzelnen Kurse (ÜK), die man während der ersten zwei Lehrjahre hat. Sie machen viel Spass, da man unter den Kollegen ist und dabei auch sehr viel lernt.

Was ist in der Lehre anders als in der Schnupperlehre?

Man kann die Schnupperlehre nicht eins zu eins mit der Lehre vergleichen, da man zu wenig Zeit hat, um alles zu sehen. Anders ist einfach, dass man in der Lehre immer mit vielen kleinen technischen, oder auch anderen, Problemen konfrontiert ist, die man auch lösen muss. Es kann sein, dass man auch nach der Arbeit, also zuhause bzw. in der Freizeit mit den Gedanken an der Arbeit ist und Lösungen sucht. Das gehört dann auch einfach dazu, aber solche Sachen kann man dann erst in der Lehre erkennen oder erleben.

Welche Tipps gibst du den Schüler/innen für die Lehrstellensuche/Bewerbung?

Man sollte sich auf jeden Fall zur Technik hingezogen fühlen. Es muss nicht unbedingt sein, dass man alles von der Technik verstehen muss, jedoch sollte man einfach Freude daran haben. Die Mathematik ist auch sehr wichtig, vor allem für die Berufsschule. Dort sollte man auch eine gewisse Ausdauer haben und auch im Team arbeiten können. Natürlich gehört das technische Zeichnen dazu, da die Teilprüfung auf dem basiert. Das technische Zeichnen sollte man, wenn es nicht als Grundlektionen vorhanden ist, als Freifach wählen.
Was ist in der Berufsschule anders als in der Volksschule?

In der Berufsschule ist es wirklich so, dass man selbständig arbeiten muss. Im Gegensatz zur Volksschule wird weniger von einem verlangt, d.h. jeder ist für sein Lernen verantwortlich. Mit der Arbeitsgeschwindigkeit kann man vielleicht sagen, dass es schon ein wenig schneller vorangeht, doch man gewöhnt sich schnell daran.

Ist die BMS schwierig?

Momentan besuche ich den BM-Vorkurs. Kann man vielleicht vom Niveau nicht ganz mit der BMS vergleichen, doch man muss wissen, dass es eine zusätzliche Last ist, d.h. ein halber Tag pro Woche zusätzlich Schule.
Es ist so, dass in vielen Lehrbetrieben die Promonote 4.8 in der Berufsschule verlangt wird, um den Vorkurs machen zu können.
Ich persönlich mache diesen BM-Vorkurs für mich, ich probiere das Beste heraus zu holen. Doch man darf die Berufsschule dann nicht vernachlässigen, da die Berufsschule eigentlich noch im Vordergrund steht.