Interview mit Marc S.

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Marc, 2. Lehrjahr, Cendres+Métaux SA, Biel
2-jährige Zusatzlehre

Was gefällt dir am Beruf Konstrukteur?

Da ich eine abgeschlossene Polymechanikerlehre habe, würde ich sagen, dass mir das Arbeiten am Computer sehr gut gefällt. Auch die Arbeitsbedingungen sind einiges besser, als wenn man z.B. Öldämpfen ausgesetzt wird. Man hat seinen eigenen persönlichen Arbeitsplatz, an dem man die Hilfsmittel hat, welche man beim Beruf Konstrukteur benötigt. Das Arbeiten in einem Grossraumbüro wie in der Cendres+Métaux ist sehr interessant. Das Arbeitsklima ist viel gepflegter, da man das Gefühl bekommt, zu einem Team zu gehören.

Was gefällt dir weniger gut am Beruf Konstrukteur?

Im Sommer wäre es für mich schöner, in der Natur oder draussen zu arbeiten. Aber als Konstrukteur ist das nicht möglich. Im Winter ist es wiederum schön, in einem warmen Büro zu arbeiten.

Was war dein bisheriges Highlight in der Lehre?

Das Aufmodellieren auf dem CAD-System. Das CAD-System ist eine Software, auf dem man 3D-Modelle und Zeichnungen herstellen kann. Ein Beispiel ist das Projekt Pro-Snap.

Was ist in der Lehre anders als in der Schnupperlehre?

Der Zeitdruck, Arbeitsqualität, Fehler vermeiden, das Ganze ist auf eine Art viel intensiver. Es geht zwar in die gleiche Richtung mit der Arbeit, doch man muss rasch lernen, Verantwortung zu übernehmen für die Aufgaben, welche man gut oder aber auch schlecht macht.

Welche Tipps gibst du den Schüler/innen für die Lehrstellensuche/Bewerbung?

Für die Lehrstellensuche ist es natürlich wichtig, verschiedene Berufe in Betracht zu ziehen. So viel wie möglich Schnupperlehren zu absolvieren. Gib dich nicht mit der nächst besten Stelle zufrieden. Es ist wichtig, dass du immer dich selber bleibst und dich nicht auf einer Art und Weise versuchst, dich zu verändern.
Für die Bewerbung ist es sicher wichtig, das Bewerbungsschreiben zuerst den Eltern zu zeigen. Oder Kollegen der Eltern, welche mit Bewerbungen zu tun haben. Auch Verwandte können weiterhelfen.
Ansonsten nicht schon bei 10-20 Absagen aufgeben. Was ich ganz wichtig finde: man sollte schauen, dass man Mitte der 8. Klasse beginnt zu schauen, in welche Richtung die Berufswahl geht. Das hat den Vorteil, dass man in den Sommerferien zwischen der 8. und 9. Klasse schnuppern gehen kann, um sich somit ein erstes Bild von Beruf und Firma machen zu können. Somit fängt man nicht erst in der 9. Klasse an mit der Lehrstellensuche, denn die meisten Betriebe entscheiden sich zwischen Sommer und Herbst.

Was ist in der Berufsschule anders als in der Volksschule?

Der grosse Unterschied ist sicher im Bereich Konzentration, Disziplin, Ehrlichkeit und Regeln.
Die Berufsschule ist komplett anders als die Sekundarschule oder Realschule.
Man ist z.B. nicht nur in einem Klassenzimmer, sondern man wechselt die Zimmer von Lektion zu Lektion. Man hat Regeln, an die man sich halten muss. Wenn man diese nicht beachtet, geht man nicht einfach vor die Tür und wartet dort 5 Minuten, sondern man wird von der Lektion verwiesen und der Berufsbildner bekommt ein Schreiben, welches diese Abwesenheit bestätigt. Man muss dann dem Berufsbildner eine Entschuldigung vorlegen und die sollte man begründen können. Auch das „Blaumachen“ geht nicht mehr so einfach. Alles hat eine klare Linie, und man kann davon ausgehen, dass der Berufsbildner immer darüber informiert wird.

Ist die BMS schwierig?

Ich selber habe die Berufsmatur nicht gemacht. Wenn ich das Rad zurück drehen könnte, würde ich versuchen, die Berufsmatur zu absolvieren.
Ich war in meiner ersten Lehre ein wenig faul, und dies bereue ich jetzt sehr!
Die Berufsmatur ist sicher anspruchsvoll und auch schwierig, aber jeder kann diese bestehen, so lange er dies auch wirklich will. Vielleicht werde ich diese später nachholen.