Interview mit Anja

Interview mit Konstrukteurin Anja

Anja, 3. Lehrjahr, RUAG Schweiz AG, Thun

Was gefällt dir am Beruf Konstrukteurin?

Am Beruf Konstrukteurin gefällt mir, dass man das logische Denken mit Mathematik und Physik verknüpfen darf. Beim Konstruieren und modellieren kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Man ist jedoch nie alleine, denn man ist fest in ein Team integriert und kann immer ein Teammitglied fragen, falls man an seine Grenzen stösst oder man unsicher ist. Deshalb ist auch die Zusammenarbeit im Team sehr wichtig. Man diskutiert viel im Büro, damit die Probleme schnell behoben werden können. Hat man ein praktisches Problem, geht man in die Werkstatt. Dort ist man immer willkommen und kann diese Fragen klären. Was am Beruf der Konstrukteurin auch gut ist, ist dass man nach der Lehre viele Möglichkeiten zur Weiterbildung hat.

Was gefällt dir weniger gut am Beruf Konstrukteurin?

Beim Beruf Konstrukteurin arbeitet man oft acht Stunden am Tag am PC, was zu müden Augen und Kopfschmerzen führen kann. Auch vermisse ich den Kontakt zu andern Leuten. Man hat zwar Teamsitzungen, aber da sind immer dieselben Menschen. Mir persönlich fehlt der Kontakt zu Kunden.

Was war dein bisheriges Highlight in der Lehre?

Ende des zweiten Lehrjahres absolviert man die Teilprüfung. Es war für mich sehr erfreulich, dass ich diese mit guten Leistungen bestanden habe. Weitere Höhepunkte sind immer dann, wenn ein Produkt, an welchem man gearbeitet hat, fertig ist und man es in Betrieb setzen kann und sieht, wie es funktioniert.

Was ist in der Lehre anders als in der Schnupperlehre?

Der Unterschied zur Schnupperlehre ist, dass man fest in einer Abteilung arbeitet. Bei der Schnupperlehre erhält man nur einen kurzen Einblick und man zeichnet hauptsächlich von Hand, was mit Ausnahme vom Skizzieren in der Lehre nicht vorkommt, denn heute wird praktisch nur noch am CAD gearbeitet. Ein weiterer Unterschied ist die Verantwortung, da man nun Produktivarbeit erledigt. Es sind keine Übungsbeispiele mehr, sondern Zeichnungen, nach denen schlussendlich etwas produziert wird.

Welche Tipps gibst du den Schüler/innen für die Lehrstellensuche/Bewerbung?

Mein Tipp für dich ist, dass du offen auftrittst. Sei dich selber und stelle Fragen, denn somit zeigst du Interesse am Beruf. Und lass auf keinen Fall deine Mami oder dein Papi anrufen, denn du willst die Lehrstelle und nicht sie.

Was ist in der Berufsschule anders als in der Volksschule?

In der Berufsfachschule hat nicht jede Klasse das eigene Klassenzimmer. Man wechselt zum Teil fast für jedes Fach auch das Zimmer. Auch hat man nur noch berufsspezifischen Unterricht, das heisst alle Fächer, die man hat, helfen einem im Betrieb weiter. In der Schule lernt man alles theoretisch, was man dann im Betrieb jeweils praktisch umsetzen kann.

Ist die BMS schwierig?

Für mich ist die BMS anspruchsvoll. Doch wenn man die Aufgaben seriös macht und sich am Unterricht beteiligt, ist es möglich, diese Chance zu packen. Ich empfehle jedem, die BMS oder den Vorkurs für die BMS nach der Lehre zu versuchen. Denn man hat ja immer die Möglichkeit abzubrechen. Und hat man sie einmal, dann hilft sie einem, um im Berufsleben voranzukommen.